Wie funktioniert ein Rückruf in Deutschland?

Ein Rückruf ist eine Maßnahme, mit der ein Mangel an Fahrzeugen behoben wird. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ordnet Rückrufe an, wenn der Verantwortliche ein ernstes Risiko oder eine Abweichung von den Vorschriften nicht durch eigene Maßnahmen rechtzeitig beseitigt. Die Teilnahme ist für Halter verbindlich.

Der Hersteller informiert die Halter schriftlich, die im Zentralen Fahrzeugregister hinterlegt sind. Nicht bei jeder Aktion nutzt er allerdings die Halteranschriften des KBA. Wer kein Anschreiben erhalten hat, sollte sich deshalb trotzdem beim Hersteller oder Importeur erkundigen, wenn er wissen möchte, ob sein Fahrzeug betroffen ist.

Wie funktioniert ein Rückruf in Deutschland?

Was zeigt die KBA-Rückrufdatenbank und was nicht?

Die Rückrufdatenbank des KBA erfasst Maßnahmen, die seit dem 1. Mai 2004 nach und nach aufgenommen wurden. Enthalten sind Rückrufaktionen, bei denen Hersteller Halteranschriften des KBA verwendet haben, sowie Mängel, die nach europäischen Produktsicherheitsvorschriften meldepflichtig waren.

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Das KBA betont jedoch, dass die Datenbank nicht alle Maßnahmen der Hersteller umfasst. Ein leeres Suchergebnis ist deshalb kein Beweis dafür, dass am Fahrzeug nichts zu tun ist. Neue Rückrufe erscheinen laut KBA unmittelbar nach der Ermittlung der Halterdaten durch das Amt. Die Datenbank ist also ein Hinweis, aber keine verbindliche Auskunft über Ihr persönliches Fahrzeug.

Wie prüfen Sie Ihr Fahrzeug Schritt für Schritt?

  1. Fahrzeugdaten bereitlegen. Notieren Sie Hersteller, Modell, Baureihe, Erstzulassung und die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN).
  2. Datenbank öffnen. Rufen Sie die Rückrufdatenbank des KBA auf und suchen Sie nach Ihrem Fahrzeugtyp. Das KBA verweist ausdrücklich auf diese Datenbank, um die Betroffenheit eines Fahrzeugtyps einzuschätzen.
  3. Treffer genau lesen. Vergleichen Sie Bauzeitraum, Typ und Beschreibung des Mangels mit Ihrem Fahrzeug. Ein Bauzeitraum allein entscheidet nicht. Das KBA weist darauf hin, dass auch ein Fahrzeug innerhalb des angegebenen Zeitraums nicht zwingend betroffen sein muss.
  4. Verbindlich klären. Rufen Sie die im Eintrag genannte Hersteller-Hotline an oder fragen Sie in einer autorisierten Werkstatt des Herstellers nach. Nennen Sie die FIN, denn sie ist die eindeutige Angabe zu Ihrem Auto.
  5. Ergebnis festhalten. Notieren Sie Datum, Gesprächspartner oder Werkstatt und das Ergebnis. Bewahren Sie Schreiben des Herstellers auf.

Ob sich die Datenbank direkt mit der FIN durchsuchen lässt, beschreibt das KBA auf seinen Seiten nicht im Detail. Prüfen Sie daher die Suchmaske selbst und nutzen Sie die Angaben, die sie zulässt. Für die endgültige Auskunft zählt die Auskunft des Herstellers zu Ihrer FIN.

Welche Angaben aus dem Fahrzeugschein helfen bei der Suche?

Der Fahrzeugschein, also die Zulassungsbescheinigung Teil I, enthält die Angaben, die Sie für die Suche brauchen: Hersteller, Typ und Fahrzeugvariante, das Datum der Erstzulassung und die FIN. Mit diesen Angaben lassen sich Treffer leichter einordnen, weil Sie den Bauzeitraum im Rückruftext mit dem Erstzulassungsdatum vergleichen können.

Achten Sie darauf, dass Typ und Variante exakt übereinstimmen. Ein ähnlicher Modellname reicht nicht aus, um sicher zu sein. Bei Abweichungen oder Unsicherheiten ist die Werkstatt die bessere Stelle für die Klärung.

Welche Angaben aus dem Fahrzeugschein helfen bei der Suche?

Wann sollten Sie beim Hersteller oder in der Werkstatt nachfragen?

Fragen Sie immer dann nach, wenn die Datenbank einen Treffer zeigt, Sie ein Anschreiben erhalten haben oder das Ergebnis nicht eindeutig ist. Auch bei einem gebraucht gekauften Fahrzeug lohnt sich die Nachfrage mit der FIN, weil Sie den bisherigen Halter nicht kennen müssen, um die Betroffenheit zu klären.

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Die Werkstatt kann laut KBA schnell feststellen, ob am Fahrzeug Maßnahmen durchgeführt werden müssen. Vereinbaren Sie den Termin in einer autorisierten Werkstatt des Herstellers, denn nur dort wird die Maßnahme nach den Vorgaben des Herstellers ausgeführt. Das KBA macht keine Angaben dazu, ob die Reparatur kostenlos ist. Fragen Sie deshalb beim Hersteller nach, bevor Sie einen Termin vereinbaren.

Was tun bei einem offenen Rückruf?

Wenn Ihr Fahrzeug betroffen ist, sollten Sie zeitnah einen Termin in einer Fachwerkstatt vereinbaren. Das KBA rät ausdrücklich zur Fachwerkstatt. Lassen Sie den Mangel nicht selbst beheben, wenn es sich um sicherheitsrelevante Teile handelt, und verwenden Sie für die Arbeiten die Vorgaben des Herstellers.

Wenn Sie Zweifel an der Verkehrssicherheit haben, klären Sie diese vor der nächsten Fahrt mit dem Hersteller oder einer von ihm für den Rückruf autorisierten Werkstatt. Fragen Sie außerdem, ob bis zur Reparatur eine Nutzungseinschränkung gilt und wie lange die Werkstatt für die Maßnahme einplant. Bewahren Sie den Nachweis über die durchgeführte Maßnahme sorgfältig auf.

Was passiert, wenn man einen Rückruf ignoriert?

Die Teilnahme an einem Rückruf ist nach Angaben des KBA verbindlich. Wer die Maßnahme nicht durchführen lässt, riskiert laut KBA eine Betriebsuntersagung durch die Zulassungsbehörde, sofern die Reparatur in einer Werkstatt des Herstellers nicht nachgewiesen wird.

Unabhängig von rechtlichen Folgen gilt: Ein Mangel kann die Sicherheit im Straßenverkehr beeinträchtigen, auch für andere Verkehrsteilnehmer. Warten Sie daher nicht ab, bis sich das Problem von selbst erledigt. Vereinbaren Sie den Termin, sobald Sie vom Rückruf erfahren, und dokumentieren Sie die Reparatur.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es auch Rückrufe für Fahrzeugteile und Zubehör?

Ja. Die überarbeitete Rückrufdatenbank des KBA weist Rückrufe für Fahrzeugteile und Fahrzeugzubehör in einem eigenen Bereich aus.

Kann ich die Ergebnisse der Rückrufsuche herunterladen?

Ja. Die Suchergebnisse lassen sich laut KBA in maschinenlesbaren Formaten wie CSV oder Excel exportieren.

Lässt sich die Rückrufdatenbank auch am Smartphone nutzen?

Ja. Die Anwendung ist laut KBA für Handys und andere mobile Geräte optimiert.

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