Warum lohnt sich die Sichtprüfung vor jeder Fahrt?

Eine tägliche Sichtprüfung dauert nur wenige Minuten und fällt Schäden auf, bevor sie auf der Straße gefährlich werden. Eine Vorschrift, die einen täglichen Rundgang ausdrücklich verlangt, gibt es in Deutschland nicht. Die Verantwortung ergibt sich aber aus der Straßenverkehrs-Ordnung: Wer ein Fahrzeug führt, muss dafür sorgen, dass das Fahrzeug, die Ladung und die Besetzung vorschriftsmäßig sind. Außerdem darf die Sicht nicht durch den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden (§ 23 Abs. 1 StVO). Die Sichtprüfung ist die praktische Umsetzung dieser Pflicht. Sie ersetzt weder die Werkstatt noch die Hauptuntersuchung.

Warum lohnt sich die Sichtprüfung vor jeder Fahrt?

Was gehört zum Rundgang vor der Abfahrt?

Gehen Sie einmal um das Fahrzeug herum, bevor Sie einsteigen. Achten Sie auf Dellen, Risse in Scheiben, Steinschläge in der Windschutzscheibe und lose Teile an Stoßfänger oder Spiegeln. Schauen Sie unter das Auto: Frische Flecken unter dem Motor oder am Getriebe können auf Undichtigkeiten hinweisen. Prüfen Sie außerdem, ob das Kennzeichen gut lesbar ist, ob Ladung ordnungsgemäß gesichert ist und ob Türen, Klappen und Tankdeckel richtig schließen.

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Wie kontrolliere ich Reifen und Profil?

Der gesetzliche Mindestwert liegt bei 1,6 mm. Das Hauptprofil, also die breiten Rillen im mittleren Bereich der Lauffläche, muss am ganzen Umfang mindestens diese Tiefe haben (§ 36 Abs. 3 StVZO). Den Wert erkennen Sie an den Profilrillen und den Verschleißanzeigern. Messen Sie bei Zweifeln mit einem Profilmessgerät, denn eine Schätzung mit bloßem Auge reicht oft nicht aus. Achten Sie auch auf Beulen an der Flanke, Schnitte und ungleichmäßigen Verschleiß. Der richtige Luftdruck steht in der Bedienungsanleitung des Herstellers und häufig auf einem Aufkleber an der Fahrertür oder im Tankdeckel. Prüfen Sie den Druck bei kalten Reifen.

Wie prüfe ich Beleuchtung und Sicht?

Die Beleuchtung muss auch am Tag vorhanden und betriebsbereit sein (§ 23 Abs. 1 StVO). Kontrollieren Sie Abblendlicht, Fernlicht, Blinker, Bremslicht, Rückfahrlicht, Nebelschlussleuchte und Kennzeichenbeleuchtung. Dafür können Sie sich gegenseitig helfen oder sich vor eine Scheibe stellen, auf der sich das Licht spiegelt. Verschmutzte oder beschädigte Leuchtengläser und Reflektoren sollten Sie reinigen oder ersetzen lassen. Die Sicht erfordert saubere Scheiben innen und außen, funktionierende Wischerblätter und ausreichend Scheibenwaschwasser. Eine Einstellung der Scheinwerfer gehört in die Werkstatt.

Wie kontrolliere ich Flüssigkeitsstände sicher?

Zu den regelmäßig zu prüfenden Flüssigkeiten gehören Motoröl, Kühlmittel, Bremsflüssigkeit und Scheibenwaschwasser. Die Füllmengen und Markierungen (Minimum und Maximum) sind in der Bedienungsanleitung des Herstellers angegeben. Ölstand und Kühlmittel sollten Sie bei kaltem Motor auf ebenem Untergrund kontrollieren. Öffnen Sie den Kühlkreislauf nur bei abgekühltem Motor, denn heißes Kühlmittel kann austreten und Verbrühungen verursachen. Bremsflüssigkeit ist ätzend, bei Kontakt mit der Haut oder den Augen spülen Sie gründlich mit Wasser. Ein sinkender Flüssigkeitsstand ohne erkennbaren Grund ist ein Anlass für eine Werkstatt, nicht nur für Nachfüllen.

Wie kontrolliere ich Flüssigkeitsstände sicher?

Was bedeuten Warnleuchten im Cockpit?

Die Symbole sind nicht bei allen Fahrzeugen gleich. Die verbindliche Bedeutung steht in der Bedienungsanleitung Ihres Herstellers. Als Grundregel gilt: Eine rot leuchtende Warnleuchte bedeutet, dass Sie das Fahrzeug sicher anhalten und die Ursache prüfen sollten, bevor Sie weiterfahren. Gelbe oder orangefarbene Leuchten weisen auf eine Störung hin, die zeitnah geklärt werden sollte. Eine Leuchte, die dauerhaft brennt, bleibt ein Warnzeichen, auch wenn das Fahrzeug scheinbar normal fährt. Blinkt eine Leuchte, gilt ebenfalls die Herstellerangabe.

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Was tun, wenn unterwegs ein Mangel auftritt?

Treten während der Fahrt Mängel auf, die die Verkehrssicherheit wesentlich beeinträchtigen und nicht umgehend behoben werden können, müssen Sie das Fahrzeug auf dem kürzesten Weg aus dem Verkehr ziehen (§ 23 Abs. 2 StVO). Als Halter dürfen Sie zudem die Inbetriebnahme nicht anordnen oder zulassen, wenn Ihnen bekannt ist oder bekannt sein muss, dass das Fahrzeug nicht vorschriftsmäßig ist (§ 31 Abs. 2 StVZO). Fahren Sie daher nicht weiter, wenn Bremsen, Lenkung oder Reifen auffällig sind, und lassen Sie das Fahrzeug abschleppen oder in die Werkstatt bringen.

Wann ist die nächste HU fällig?

Die Hauptuntersuchung (HU) ist eine gesetzliche Pflicht des Halters. Er muss das Fahrzeug auf eigene Kosten in regelmäßigen Abständen untersuchen lassen (§ 29 Abs. 1 StVZO). Die Prüfplakette auf dem Kennzeichen zeigt den Monat, in dem die HU spätestens fällig ist (§ 29 Abs. 2 StVZO). Für Pkw gilt nach Anlage VIII zu § 29 StVZO: Die erste HU ist 36 Monate nach der Erstzulassung fällig, danach alle 24 Monate. Die Sichtprüfung ersetzt die HU nicht. Die Fristen gelten in Deutschland. Wer ein Fahrzeug aus dem Ausland übernimmt oder dort fährt, muss die dortigen Vorgaben prüfen.

Wie prüfe ich offene Rückrufe beim KBA?

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) veröffentlicht Rückrufe in seiner Rückrufdatenbank auf kba.de. Sie können nach Hersteller, Modell und Baujahr suchen, über den Rückrufcode des Herstellers oder über die KBA-Referenznummer. Mehrere Modelle lassen sich gleichzeitig abfragen. Die Datenbank nennt betroffene Marken und Modelle, die festgestellten Mängel und die Abhilfemaßnahmen. Für Ihr konkretes Fahrzeug brauchen Sie die Schlüsselnummern aus der Zulassungsbescheinigung Teil I. Ein Treffer bedeutet aber nicht automatisch, dass Ihr Fahrzeug betroffen ist, denn ein Baujahr kann innerhalb eines Zeitraums liegen, ohne dass die Maßnahme das Auto betrifft. Verbindlich klären Hersteller oder eine Werkstatt anhand der Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN), die in Feld E der Zulassungsbescheinigung Teil I steht. Kontaktieren Sie bei einem Treffer Ihre Vertragswerkstatt und nutzen Sie gegebenenfalls das Angebot des Herstellers. Fahren Sie bei sicherheitsrelevanten Rückrufen nicht weiter, bevor der Mangel geklärt ist.

Häufig gestellte Fragen

Ersetzt eine tägliche Sichtprüfung die Hauptuntersuchung?

Nein. Die Sichtprüfung ist eine eigene Kontrolle durch Sie als Fahrer. Die HU wird von einer anerkannten Stelle durchgeführt und bleibt eine gesetzliche Pflicht des Halters.

Wie oft sollte ich den Reifendruck kontrollieren?

Kontrollieren Sie den Druck regelmäßig, am besten bei kalten Reifen und vor längeren Fahrten oder bei wechselnder Beladung. Die Sollwerte stehen in der Bedienungsanleitung Ihres Herstellers.

Wo finde ich die Bedeutung einer Warnleuchte, die ich nicht kenne?

Die Bedeutung steht in der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs. Bei Unsicherheit oder dauerhaftem Leuchten sollten Sie eine Werkstatt aufsuchen.

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